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Praxistest: Shure MoveMic 88+ – drahtloses Stereo-Mikrofon

Shure plant mit der MoveMic-Serie offensichtlich größeres und stattet das MV88-Stereomikrofon mit Drahtlos-Funktionalität aus. Damit arbeitet es mit den Smartphone-Apps des Herstellers sowie dem von der MoveMic-Funkstrecke bekannten Empfänger zusammen. Wie gut haben wir getestet.


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VA sound logo 50px IM TEST:Shure MoveMic 88+ Receiver Kit, 519 Euro

Shure wagt sich weiter in die Videobranche vor – das verdeutlicht das MoveMic 88+, welches sich den Namen der ursprünglichen MoveMic-Funkstrecke leiht und den Namen damit zur Serienbezeichnung macht. Im Receiver Kit ist auch die Empfänger-Einheit mit an Bord, welche Effekte und Steuermöglichkeiten für beispielsweise den Stereo-Öffnungswinkel bereithält. Denn das Movemic 88+ basiert auf dem MV88-Stereomikrofon mit Mitte-Seite-Funktionsweise und beherrscht genau wie Zooms M3 MicTrak die Aufzeichnung von RAW-Tondaten, welche man nachträglich in Mono, Stereo respektive Stereo-Öffnungswinkel bearbeiten kann. Im Gegensatz zum Zoom zeichnet das Shure-Mikrofon nicht intern, sondern nur über die Apps des Herstellers auf. Dafür bietet es den Vorteil der kabellosen Übertragung, was in der Theorie in einer näheren Positionierung am Objekt und damit einer besseren, direkteren Tonqualität resultieren sollte. Höchste Zeit, sich das Mikrofon mitsamt Empfänger und Apps einmal genauer anzuschauen.

 

Bei über 30 Grad im VIDEOAKTIV-Studio zeigt Jonas Schupp Konzept und Einsatzgebiet des Shure MoveMic 88+.

HARDWAREMit 2,8 x 8,9 x 2,8 Zentimetern ist das in schwarz gehaltene MoveMic 88+ sehr kompakt. Die Kapseln sitzen geschützt im Metallgehäuse, ein aufziehbarer Poppschutz soll Plosivlaute mindern. Bis auf die Anschalttaste sind keine Bedienelemente am Mikrofon selbst, dafür sind mit 3,5mm-Klinkenbuchse und USB-C-Anschluss zwei Schnittstellen mit an Bord, letztere dient neben dem Aufladen des internen Akkus auch der Verbindung mit einem Computer. Zwei Status-LEDs geben Auskunft über Verbindung und Akku-Ladungszustand. Shure legt jeweils eine Klemme zur Montage auf Kamera-Zubehörschuhen respektive Stativen bei. Die Stativklemme besitzt ein 5/8-Zoll-Gewinde, ein Reduziergewinde auf 3/8-Zoll liegt bei. Zur Verwendung mit Stativen mit 1/4-Zoll-Gewinde braucht man jedoch einen weiteren, optionalen Adapter.

Shure Movemic 88plus Gewinde

Wer das Mikrofon auf Ministative montieren möchte, braucht neben der beiliegenden Adapterschraube (links) eine weitere (rechts).

 

 


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EMPFÄNGERAm Empfänger hat sich zumindest äußerlich nichts getan, es bleibt beim relativ großen Gehäuse mit Abmessungen von 6,7 x 6,5 x 1,9 Zentimetern. Durch ein Scharnier ist der Empfänger aber umklappbar, womit beispielsweise beim Gimbaleinsatz normalerweise keine Gleichgewichtsprobleme auftreten. Am Empfänger sind die gewohnten Effekte zuschaltbar, namentlich Geräuschunterdrückung, Hochpassfilter, Kompressor und fünfbandiger Equalizer. Dazu ist nun ein neuer Menüpunkt gekommen, in welchem man das Stereo-Panorama in 15 Grad-Schritten zwischen 70 und 135 Grad einstellen kann oder gleich Mono in Nieren- oder Achtcharakteristik aufnimmt. Auch die RAW-Aufnahme kann man hier einstellen. Als Ausgänge stehen ein USB-C-Anschluss sowie zwei TRS-Buchsen für Kopfhörer und Ausgangssignal zur Verfügung, deren Pegel unabhängig voneinander einstellbar sind.

Shure Movemic 88plus Empfaenger

Der Empfänger ist der gleiche wie aus dem MoveMic Two Receiver Kit und offeriert die gleichen Funktionen sowie eine Einstellung der Richtcharakteristik.

PRAXIS AN DER KAMERAWir nutzten das Shure MoveMic 88+ genau in der Situation, die der Hersteller bewirbt und nahmen mit dem Mikrofon Wildtiergeräusche und Atmosphärenton auf. Voraussetzung dafür ist eine hohe Reichweite, welche angesichts den von Shure angegebenen 30 Metern nicht wirklich vielversprechend klang. Im Test erreichten wir jedoch trotz Körperblockade eine Reichweite von 100 Metern, was sehr beachtlich ist. Der Klang des Mikrofones ist dabei klar und detailliert über alle Frequenzen, mit guter Dynamik. Allerdings ist es dadurch auch sehr windanfällig, der optionale Fell-Windschutz AMV88-FUR (39 Euro) ist schon bei geringem Wind eigentlich Pflicht. Ebenso sollte man genau Pegeln, damit das Grundrauschen des MoveMic 88+ nicht zu präsent wird.

Shure Movemic 88plus Anwendung

Durch die drahtlose Signalübertragung kann man das Mikrofon frei positionieren und so eigentlich geräuschlose Springbrunnen (links) mit einem adäquaten Wasssertropf-Geräusch (rechts) ausstatten.

 


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APP-FUNKTIONENShure hat begleitend zu MoveMic und MoveMic 88+ zwei kostenlose Apps mit Fokus auf Audio- und Videoaufnahme im Programm. Motiv Video ist dabei für die Videoaufnahme verantwortlich und offerierte auf unserem Test-Smartphone (Sony Xperia 1 VI) Aufnahmen in bis zu 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde. Bei einer Bildrate von 50p traten seltsame Wackler in der Vorschau auf und bei Aufnahmestart hängte sich die App auf, alle anderen Bildraten funktionierten aber ohne Probleme. Durch die Eigenschaft, Mikrofone pegeln zu können, hebt sich Motiv Video von der vorinstallierten Sony-App ab und war deshalb während unserer Tests von Smartphone-Funkstrecken die präferierte App.

Shure Movemic 88plus Video App

Anwendende der Motiv Video-App profitieren von einer übersichtlichen Darstellung aller relevanten Parameter.

Allein der Audioaufnahme dient Motiv Audio. Hier erhält man auch die Möglichkeit der drahtlosen RAW-Aufzeichnung, wobei die App keine eigene Nachbearbeitungs-Möglichkeit bereithält. Auch der Weg, die Audiodaten auf den Schnittrechner zu bekommen, ist eine Wissenschaft für sich. Nutzt man nicht Cloud-Dienste mit Mobil-Unterstützung, heißt es Handy an den Rechner anschließen und mühsam in den Ordnerstrukturen nach den daten suchen. In der App den Speicherort auswählen? Mitnichten. Immerhin liegt die Aufnahmequalität mit 24 Bit und 48 Kilohertz auf dem Studiostandard, 32 Bit sucht man aber vergeblich, was gerade bei den im Normalfall leisen Wildaufnahmen mit entsprechend geringem Rauschabstand schmerzt.

Shure Movemic 88plus Audio App

Die Motiv Audio-App stellt alle Aufnahmen übersichtlich dar. Was uns fehtl, ist eine Einstellunng des Speicherorts.

 

 

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Shure Movemic 88plus Tabellenbild

Hersteller Shure Produkt MoveMic 88+ Preis 379 Euro (Solo)519 Euro (Receiver Kit) Internet shure.com

DATEN                                              Mikrofontyp Stereo-Kamera-Richtmikrofon Funktionsweise Kondensatormikrofon, zwei Kapseln in M/S-Anordnung Charakteristik Niere/Acht Frequenzgang 40 Hz - 18 kHz Stromversorgung interner Akku Anschluss Movemic 88+:1x TRS (Kamera oder Kopfhörer), USBEmpfänger:2x TRS (Kamera und Kopfhörer), USB Länge/Gewicht 8,9 Zentimeter/unter 100 Gramm Ausstattung Windschutz (klassisch), Mikrofonhalterung, Kameraschuh-Halterung, TRS-Kabel, USB-C-Kabel va logo kl 100

 

Urteil

gut bis sehr gut Preis/Leistung gut

FAZIT

Jonas Schupp VIDEOAKTIV AutorDas Shure MoveMic 88+ verfolgt ein interessantes Konzept, indem man ein Stereo-Mikrofon mit einer Funkstrecke kombiniert. Sowohl in der Ausrichtung als auch preislich ist man auf Profilevel, die Akkulaufzeit von acht Stunden sowie die hohe Reichweite lassen die Natur- und Wildtieraufnahmen zu, die Shure auf der Produktwebsite bewirbt. Die Bedienung über den bekannten Empfänger ist unkompliziert, leider kann man auch weiterhin nicht intern Ton aufzeichnen. Das geht nur über die Motiv Audio-App und auch dort nicht in 32 Bit, zudem ist die Extrahierung der Tondaten ohne Cloud-Dienst mühsam.Die Motiv Video-App ist bis auf die Abstürze bei 50p sehr gut, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sie wie die Motiv Audio-App kostenlos ist. Ein positives Fazit können wir auch zum ausgewogenen und lebendigen Klang des MoveMic88+ treffen, auch wenn der optionale Fell-Windschutz nahezu immer vonnöten sein dürfte und man das Mikrofon aufgrund des Grundrauschens und der fehlenden 32 Bit-Aufnahmefunktion beim Dreh gut auspegeln muss.+ ausgewogener, lebendiger Klang+ hohe Reichweite+ Empfänger-Bedienung- Aufnahmefunktion nur über Motiv Audio-App- kein 32 Bit

 

 

Autor: Jonas Schupp / Bilder: Shure, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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